Die Utopie kann nicht Realität werden. Die Illusion, die Utopie zu verwirklichen, hingegen schon.
Artur Klinaŭ
Im freiheitlichen Denken gibt es eine lange Tradition der Utopiekritik. Vorstellungen einer vollkommenen Gesellschaft tragen die Saat totalitärer Staatsmodelle in sich, die sich auf utopische Entwürfe berufen. Utopische Entwürfe zeigen eine konfliktfreie, wohlgeordnete, relativ wohlhabende Welt, in der jeder Mensch einen festen Platz einnimmt. Daraus beziehen sie ihre große Attraktivität für viele Menschen, die eben nach Ruhe und Wohlstand streben. Daraus resultiert aber auch ihre Gefährlichkeit: Sie favorisieren geschlossene, statische Gesellschaften und schließen Offenheit und Entwicklung aus.
Das gilt bis heute. Deshalb ist bis heute utopisches Denken weit verbreitet. Im Vortrag geht es darum, die Formen utopischen Denkens zu identifizieren, die heute Einfluss in der Politik haben. Beispiele sind die Umwelt- und die Sozialpolitik. Weitere Fragen, die den Abend bestimmen werden, sind: Unterliegen gar Liberale und Libertäre selbst der Versuchung zu Utopien? Welche Möglichkeiten gibt es, in nicht-utopischer Weise über die Zukunft nachzudenken?